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Abschiedsgedicht
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Herbstzeitlose von
gadshi
Ein Abschied
Ein Schifflein stößt vom Lande
Weit in die blaue See;
Du armes Herz am Strande,
Das Scheiden tut so weh.
Es grüßt, es winkt von Ferne
ein Tüchlein weiß und fein;
Vier treue Liebessterne,
Verlieren ihren Schein.
Du an der Uferstelle,
Du auf dem Schifflein dort;
Die Träne trinkt die Welle,
Im Wind verweht das Wort.
Verschwunden und verflogen,
Was auf den Wellen trieb;
Einsam zurückgezogen,
Wer lang am Ufer blieb.
Die Wellen gehn und schwellen
Gleichgültig ihre Bahn;
Was geht denn auch die Wellen
Ein Menschenabschied an?
Feodor Löwe 1816-1890
Der
Abschied
Laß mein Aug den Abschied sagen,
den mein Mund nicht nehmen kann!
Schwer, wie schwer ist er zu tragen!
Und ich bin doch sonst ein Mann.
Traurig wird in dieser Stunde
selbst der Liebe süßtes Pfand,
kalt der Kuß von deinem Munde,
matt der Druck von deiner Hand.
Sonst, ein leicht gestohlnes Mäulchen,
o, wie hat es mich entzückt!
So erfreuet uns ein Veilchen,
daß man früh im März gepflückt.
Doch ich pflücke nun kein Kränzchen,
keine Rose mehr für dich.
Frühling ist es, liebes Fränzchen,
aber leider Herbst für mich!
Johann Wolfgang von Goethe (1749 bis 1832)
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