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Der Wald (Ausschnitt)
Der Pfad mündete jäh auf einer kahlen, mit
Schneidegras und Katzenpfötchen bewachsenen Hochebene, die
steil zum Ufer hin abfiel. Rechterhand
verlief sich die Grenze des Hochofenwerkes in einem Stacheldrahtverhau.
Zur Linken
hingen ein paar vertrocknete Büsche über der Tiefe.
Und dann der Strand! Steine, Baumstämme, Blechdosen - bis zum
brackigen Wasser der Trave. Mein Blick wurde von der Landschaft am
gegenüberliegenden Ufer
des Flusses angezogen.
Dort standen sie, die Bäume, die ich hier vermisste, breiteten
sich aus über sanfte Hügel, zu einem dichten Laubwald.
"Da drüben möchte ich mal spazieren gehen!", rief
ich.
Doch wusste ich, dass ich dazu keine Gelegenheit haben würde.
Drüben lag die
"Zone", wie wir den anderen Teil Deutschlands nannten.
Unzählige Male stand ich am diesseitiegen Ufer der Trave. In
Gedanken lief ich die schattigen Waldwege. Über mir in den
hohen Buchen, brach sich
das Sonnenlicht. Die Wachttürme störten meine
Träume nicht.
Damals waren sie noch aus Ästen gezimmert und wirkten auf mich
wie landläufige Hochsitze, der Umgebung
angepasst.
© Karin Rohner 1989
Aus Treffpunkt - Lyrik und Prosa -
Schmidt-Römhild-Verlag Lübeck
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1989
1.
Moorechse
2. Der
Wald
3.
Demo
4.
Berlin
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