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Einzelhaft
Durch die halb geöffneten Vorhänge fällt
das Sonnenlicht.
Langsam erhebt sie sich, verharrt auf der Bettkante. Das
Gefühl der Ausweglosigkeit überfällt sie,
bevor ihre Füße den Boden berühren.
Zu niedriger Blutdruck... die Stimme des Arztes... Vor allen Dingen
sollten Sie mehr essen!
Mit den Zehen angelt sie nach ihrer Wäsche, beginnt, sich
anzukleiden, ohne die Sicherheit der Bettkante aufzugeben.
Im Bad lässt sie sich auf dem Hocker nieder.
Sie kann sich nicht erinnern, ihr Gesicht jemals im Spiegel gesehen zu
haben.
Du erwartest doch nicht, dass ich den Spiegel tiefer hänge?
Soll ich mich im Sitzen rasieren? hatte er halb im Scherz gefragt.
Der Mann am Frühstückstisch. Sein Teller halb leer.
Der Hauptgang ist ihr erspart geblieben.
Na, ausgeschlafen? Er erwartet keine Antwort.
Sie gießt Kaffee in den Becher. Genießt ihre
Essunlust.
Früher fragte er noch: Warum isst Du nicht?
Das ist zum Glück vorbei.
Er schaltet den Fernseher ein. Frühstücks- Fernsehen.
Gott sei Dank isst niemand.
Ein Gefängnis irgendwo in Europa.
Häftlinge, die jegliche Nahrungsaufnahme verweigern.
Forderungen stellen.
Erträglichere Haftbedingungen. Kontakte
untereinander.
Bilder aus einer Zelle. Ein Bett, ein Fernsehgerät,
Bücher an der Wand, Zeitschriften auf dem Tisch.
Wohin soll das bloß noch führen, sagt der Mann.
co/Karin Rohner 1991 /
aus Brückenschlag 8 / 92, Zeitschrift für
Sozialpsychiatrie, Literatur und Kunst
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Brighton
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Allergien
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Einzelhaft
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Die
Umarmung
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Von Prinzen
6.
Gedanken
beim Apfelschneiden
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