| |
Lübeck
Dass in Lübeck nicht alles so ist, wie es ein sollte, sieht
man schon
von weitem, wenn man die Kirchtürme erblickt, von denen kein
einziger
den Kopf gerade in die Höhe streckt, und die vielmehr alle das
lebhafteste Verlangen ausdrücken, sich endlich einmal schlafen
zu
legen. Sie würden meiner Meinung nach schon längst
einen heillosen
Purzelbaum gechossen haben, wenn sie nicht fürchteten, mit dem
Senat,
der Staatskanzlei, der Bürgerschaft, dem
Bürgerausschuß, dem Ober-
Apellationsgericht, dem Stadtgericht, dem Wettgericht, dem Landgericht,
dem Landamt, dem Polizeiamt... und dem Appartement in Kollision zu
kommen, und warten nur einen günstigen Augenblick ab, wo sie
ungeniert zur Ruhe gehen können.
Trotz Spießbürgern, Senatoren und Ratsherren ist
Lübeck eine Stadt,
in der ich mich sehr wohl niederlassen könnte. Es hat alles
einen
antediluvianischen, gemütlichen Anstrich, und ein Spaziergang
durch
die Straßen ist im Grunde nichts anderes, als ein mit
gymnastischen
Bewegungen verbundenes Studium der Geschichte, oder ein mit
Regenschirm und Gummischuhen verknüpftes Blättern in
einem alten Bilderbuch.
Adelbert von Baudissin, 1865
|
|
Zu
Lübeck auf der Brücken
Lübeck,
Holstein
Rilke
trifft Novalis
Bau
der Marienkirche-Storm
Dachluken
und Orgeln
Lübeck.
vor Ort
Meer-Gedichte

|