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Stranddornröschen
Sein Pferd stolperte - und ganz weit da hinten, halb verborgen
im Dornengestrüpp, sah er sie, seine Strandrose - und schon
war's
um ihn geschehen.
Pflück mich! Bitte, pflück mich!, bettelte sie.
Verdrehte Welt, dachte der Prinz. Wo es doch sonst immer
heißt:
Rosenpflücken verboten!
In Erinnerung eines Dichterfürsten, der manch eine Rose zu
viel
brach - Dornen hin oder her - sagte er sich: Tu's lieber nicht!
Könnt'
ja 'ne Falle sein. Am Ende sticht sie mir noch die Augen aus! Obwohl -
das ist wieder ein anderes Märchen...
Ausgraben wäre auch keine Lösung. Aus dem Fernseh-
Bildungsprogramm wusste er: Strandrosen ließen sich nicht
verpflanzen. Also überhörte er ihr Flehen und die
Stimme
seinens Herzens - und machte sich einfach aus dem Sande.
Acht Wochen später packte ihn ganz plötzlich die
Sehnsucht. Er ritt
noch einmal zum Strand, um kurz zu fragen: Na, wie gehts? Doch
in Folge der Dauerhitzeperiode hatte sich die Schöne aus
praktischen
Erwägungen verwandelt. Sie mutierte zur Stranddistel.
Der Prinz weinte und klagte: Hätt ich sie nur beizeiten
genommen!
Lieber ein paar lustige Tage in der Vase, als jämmerlich zum
Distelgewächs
zu verdorren.
Nun hoffe ich, er kommt nächstes Jahr wieder vorbei und ist
dann
schlauer...
© Karin Rohner 2003
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Schneewittchen
Die
Kleine Wasserfrau
Stranddornröschen
Rapunzel
Märchenhaft
Froschkönig, Trompetengeier
Geschichten zu Weihnachten
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