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Die Kleine Wasserfrau
ein Märchen von Karin Rohner
Es war einmal eine kleine Wasserfrau, die lebte an den Ufern der Trave.
Bei schönem Wetter saß sie stundenlang auf ihrem
Quellstein, kämmte
ihr blondes Haar und trällerte vor sich hin: "Ich
weiß nicht, was soll es
bedeuten..." Es sah und hörte sie niemand. Hier
draußen sagten sich
nicht einmal Fuchs und Hase Gute Nacht.
Manchmal wünschte sie sich an einen Ort, an dem das Leben
nicht nur an
ihr vorbei plätscherte. Dann stieg sie hinab in den Strudel
und schwamm
in den eiszeitlichenGeschichten zu Weihnachten und Nikolaus stehen in
meinem Büchlein "Der Geist der vergangenen Weihnacht". Ihr
könnt es über das
Kontakt-Formular
bei mir bestellen. Es kostet 4,00 Euro incl. Versand (Deutschland und
EU) und ist soeben in 2. Auflage erschienen.
Höhlen, die die Wasserläufe Schleswig-Holsteins
untereinander
verbinden.
Früher hatte sie von einer glanzvollen Karriere als
Quellnymphe an einem
der großen Flüsse geträumt. Leider war
dieser Posten mit ständigem
Herumreisen zu den Zusammenkünften der Europa-Nixen verbunden.
Und sie war viel zu müde, um zwischen den Gebirgsquellen
Norwegens,
den Gletscherbächen Islands und den Ursprüngen der
Ströme des
Kontinents hin und her zu pendeln.
Damals, vor über 400 Jahren, in ihrer Unterwasserkinderstube,
war die
Rede gewesen von schönen, aber treulosen Prinzen und
liebeskranken
Fischern. Alle Warnungen und Hoffnungen hatten sich als
übertrieben
erwiesen. Da gab es einmal den Anfang einer Romanze mit einem armen
Studenten - und gut 100 Jahre später eine kleine Liaison mit
einem
französischen Soldaten. Beide hatte eines gemeinsam, sie
befanden sich
auf der Durchreise.
Vor knapp 50 Jahren hatte man ihr einen Platz als Nymphe an einem der
Rhein-Quellflüsse angeboten. Sie scheute den langen Weg
rheinaufwärts,
durch das trübe Wasser, über tosende
Wasserfälle.
Gewiss, sie hätte einen Teil der Wegstrecke über Land
zurück legen können.
Es ist kein Geheimnis, dass eine Nixe jederzeit den langen Fischschwanz
gegen ein
paar wohl geformte Beine eintauschen kann, wenn sie sich auf festen
Boden begibt. Doch muss sie einen Tribut leisten und große
Schmerzen
in den ihr ungewohnten Gliedern ertragen. So war unsere kleine
Wasserfrau auf ihrem Stein an der Quelle der Trave sitzen geblieben und
führte ein rechtes Single-Dasein.
Von Zeit zu Zeit überkam sie die Abenteuerlust. Dann packte
sie ihren
Muschelkamm, einen Hornspiegel und ein Reserveschuppenkleid ein und
schwamm flussabwärts. Es war eine beschwerliche Reise. Immer
wieder
verfing sie sich in abgestorbenen Wasserpflanzen und steckte bis zum
Hals im Schlamm. Die Sicht unter Wasser war miserabel, und sie geriet
ständig aus der Puste. Kam sie an die Oberfläche, um
nach Luft zu
schnappen, fühlte sie sich kein bisschen erfrischt.
>> Fortsetzung hier
© Karin Rohner 2003
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Die
Kleine Wasserfrau
Fortsetzung Wasserfrau
Stranddornröschen
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Märchenhaft
Froschkönig, Trompetengeier
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