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Rapunzel
Kaum dass Rapunzels Schopf dem Haarspliss
zum Opfer fiel - ihr Liebster hatte sich des
öfteren verstiegen - erklärte der Prinz die Beziehung
für gescheitert und sprach:
In Zukunft wirst du dieses Laken nicht mehr mit
mir teilen. Lebwohl, ich gehe!
und begann, sich samt erwähntem Bettuch abzuseilen.
Rapunzel hatte das Zöpfeflechten von der Pike
auf gelernt, den Abstieg aber nie geprobt.
Sie litt unter einer kombinierten Flucht- und
Höhenangst. Was der Geliebte schamlos ausnutzte.
Festen Boden unter den Füßen, schlug er sich
rückwärts in die Büsche und ward nie mehr
gesehn.
Es ist nun mal ein alter Hut, dass eine zopflose Frau
des Schattens eines Prinzen nicht würdig.
Und auch bei zunehmendem Mond lässt sich die
Haarspalterei nicht kitten.
Rapunzel alternativ
löste die Sache auf ihre Art.
Das könnte dir so passen! rief sie...
Erst ruinierst du mir die Haare. Nun auch noch
mein Bettzeug. Wenn du türmen willst, bitte sehr!
Aber gefälligst aus eigener Kraft.
Mach den Abflug!
Das ließ er sich nicht zweimal sagen...
Die sieben Raben
Einst träumte mir, dass sieben schwarze Raben
auf ewig meinen Eispalast umschwebten
und brächten mir, als wär's ein Kinderspiel,
im Fluge ihre weiten Schwingen dar.
An weißen Gletschersimsen pochen
sich sieben gelbe Schnäbel wund.
Mit jedem jüngst verfloss'nen Jahr
ein Flügelpaar stürzt in die Tiefe.
Kein Ruf klingt herauf.
Kein Ton dringt nach innen.
Denn all die klaren, Schnee gerahmten Bilder
hat mein Behüter siebenfach verglast.
Karin Rohner 2003
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Schneewittchen
Die
Kleine Wasserfrau
Fortsetzung Wasserfrau
Stranddornröschen
Rapunzel, Sieben Raben
Märchenhaft
Froschkönig, Trompetengeier
Geschichten zu Weihnachten und Nikolaus
stehen in meinem
Büchlein "Der Geist
der vergangenen Weihnacht".
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