
Weihnachtskarten
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Winter-Landschaft
Unendlich dehnt sie sich, die weiße Fläche,
bis auf den letzten Hauch von Leben leer;
die muntern Pulse stocken längst, die Bäche,
es regt sich selbst der kalte Wind nicht mehr.
Der Rabe dort, im Berg von Schnee und Eise,
erstarrt und hungrig, gräbt sich tief hinab,
und gräbt er nicht heraus den Bissen Speise,
so gräbt er, glaub' ich, sich hinein ins Grab.
Die Sonne, einmal noch durch Wolken blitzend,
wirft einen letzten Blick auf's öde Land,
doch, gähnend auf dem Thron des Lebens sitzend,
trotzt ihr der Tod im weißen Festgewand.
Friedrich Hebbel
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Sankt Nikolaus
Sankt
Nik'laus ist für uns're Kleinen
Wie
Ältere zumindest meinen
Ein
um Dein Wohl bemühter Greis
Der
wirklich alles von Dir weiß.
Auf
Himmelsschlitten leise schwebend
Und
schon seit Jahrmillionen lebend
Besucht
er Dich einmal im Jahr
Und
redet Tachles - klipp und klar.
Fein
säuberlich auf gold'nem Blatt
Steht,
was ihm nicht gefallen hat.
Für
Andere, verstandesmäßig,
Ist
er, der eher lahmgesäßig
Die
Welt verbessern will mit Milde
Ein
reines Fantasiegebilde.
Ich
selbst, egal wie sich's verhält
Laß
mir die Illusion nicht rauben
Weil
es mir ungleich mehr gefällt
Die
erstere Version zu glauben.
Von
Ruten, Bart, Gewand und Schellen.
Von
Nikolaus ist diese Gabe
Ich
bat ihn auch, Dir zu bestellen
Daß
ich Dich noch sehr gerne habe.
©
Harry Boldt 1994
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