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Oster-Grußkarten
Frühlingsglaube
Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muß sich alles, alles wenden.
Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste, Tal:
Nun, armes Herz, vergiß der Qual!
Nun muß sich alles, alles wenden.
Ludwig Uhland
Der erste Ostertag
Fünf Hasen, die saßen beisammen dicht,
Es macht ein jeder ein traurig Gesicht.
Sie jammern und weinen:
Die Sonn' will nicht scheinen!
Bei so vielem Regen
Wie kann man da legen
Den Kindern das Ei?
O weih, o weih!
Da sagte der König:
So schweigt doch ein wenig!
Lasst weinen und Sorgen
Wir legen sie morgen!
Heinrich Hoffmann (1809-1894)
Lauter
Ostertierchen
Mit dir möcht ich den Osterhasen suchen.
Noch hält er Winterschlaf in seinem Nest.
Wo find ich ihn? Vergeblich all mein Fluchen
und aus der Traum vom Osterhasensuchen!
Das Suchen unter Misserfolg verbuchen?
Beim Osterlamm, das gäb ein trübes Fest!
Doch du hast Schwein. Ich back dir Eierkuchen
und lass den Osterhasen schlafen dort im Nest.
Karin
Rohner 2005
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