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Das Geschenk
Sonett für Ursula
Nicht jedem ist es vorbestimmt,
auf dieser Erde lang zu weilen.
Er mag sich noch so sehr beeilen -
bevor den Gipfel er erklimmt,
gelingt's ihm nicht, dir mitzuteilen,
warum so früh er Abschied nimmt.
Wenn auch das Lebenslicht verglimmt,
er möchte deine Seele heilen.
Bedenke, was er dir geschenkt!
Als Ausdruck seiner großen Liebe,
hat er dich kurze Zeit gelenkt.
Du spürst genau, was er dir schriebe:
Lass los und fühl dich nicht gekränkt!
Du weißt, wie gern ich bei dir bliebe...
©
Karin Rohner 2005
Vom Kommen und Gehen
Denk Dir ein Bild. Weites Meer. Ein
Segelschiff setzt seine weißen Segel
und gleitet hinaus in die offene See.
Du siehst, wie es kleiner und kleiner wird.
Wo Wasser und Himmel sich treffen,
verschwindet es.
Da sagt jemand: Nun ist es gegangen.
Ein anderer jenseits des Horizonts
sagt: Es kommt.
Der Tod ist ein Horizont, und ein
Horizont ist nichts anderes als die
Grenze unseres Sehens. Wenn wir
um einen Menschen trauern, freuen
sich andere, ihn hinter der Grenze
wieder zu sehen...
(Quelle
unbekannt)
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Am
Kloster Chorin / Brandenburg
1. Geschenk
2.
Der
Tod
3.
Innehalten
(Tarot)
4.
Innehalten
5.
Trauer, Befangenheit
6.
Abschied
und Trost
Letzte
Worte
Geliebte, wenn mein Geist geschieden,
So weint mir keine Träne nach;
Denn, wo ich weile, dort ist Frieden,
Dort leuchtet mir ein ew'ger Tag!
Wo aller Erdengram verschwunden,
Soll euer Bild mir nicht vergehn,
Und Linderung für eure Wunden,
Für euern Schmerz will ich erflehn.
Weht nächtlich seine Seraphsflügel
Der Friede übers Weltenreich,
So denkt nicht mehr an meinen Hügel,
Denn von den Sternen grüß' ich euch!
Annette von Droste Hülshoff
1797-1848
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