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Die
Weihnachtsgeschichte (Fortsetzung)
von Karin Rohner (1996)
unter Zuhilfenahme der Evangelien des Lukas 2., Vers 1-15;
Matthäus 2., Vers 1-3, 7-11.
Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten
untereinander: Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Lasst uns zuvor ein
paar Schafe schlachten, um den Tag würdig zu begehen!
Solcherart gestärkt, wird uns der Weg nach Bethlehem viel
leichter fallen!
Sie schürten das Lagerfeuer, sodass es hell aufloderte, und in
seinem Schein fielen sie über die Tiere her. Das war ein
Blöken und Schreien. Und sie sprachen zu den Schafen: Warum
regt ihr euch auf? Ihr habt ein feines Leben gehabt hier
draußen in der Natur. Jeden Tag frische Luft, grünes
Gras und würzige Kräuter. Angesichts eines so
freudigen Ereignisses ist es nur recht und billig, dass auch ihr euren
Tribut entrichtet!
Das Feuer, das Blöken der Tiere und der frische Bratengeruch
lockten die Menschen herbei, und sie riefen: Was feiert ihr
hier? Wir sind hungrig. Können wir nicht mithalten?
Wir feiern die Geburt des Heilands! Wenn ihr ein paar Flaschen
Branntwein mit in die Runde bringt, seid ihr uns willkommen. Denn was
wäre ein gutes Mahl ohne einen tüchtigen Schluck aus
der Flasche!
Die Orgie währte drei Tage und Nächte lang. Waren sie
aber gesättigt, fielen sie in einen dumpfen Schlaf, aus dem
sie mit schwerem Kopf erwachten.
Hin und wieder fragte einer: Wäre es nicht an der Zeit, dass
wir uns auf den Weg zu der Krippe machten, wie der Engel uns
geheißen hat?
Wozu die Eile?, sprach der erste Hirte. Das Jesuskind ist auch morgen
noch da! So jung kommen wir nie wieder zusammen!
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